Und danach?
Was ist seither geschehen?
Wer den Inhalten im Buch keinen Glauben schenkt, kann nun aber vergleichen, was zwischen den damals verfassten Zeilen und der Gegenwart so alles passiert ist. Vor allem aber auch, wie sich die geschriebenen Darstellungen entweder erfüllt haben oder eben nicht eingetroffen sind. Einige Beispiele sollten dazu dienen, dem Inhalt des Buches wieder mehr vertrauen zu schenken. Denn alles was sich nach dem Schreiben des Buches ereignet hat, sind reine Fakten.
Aus dem Buch
Und danach
Im Buch auf Seite 82 wird erzählt, wie eine Moderatorin in Deutschland durch Mitglieder der AfD bedroht und beschimpft wurde, weil sie einen neutralen Bericht nach dem Tod eines rechten Influencers moderiert hat. Dies, obwohl der Bericht sachlich und auch moralisch richtig gewesen ist. Sogar ein Herr Professor hat sich darüber mokiert und eine Entschuldigung der Moderatorin verlangt. Die Beschimpfungen gingen schließlich so weit, dass sich die Moderatorin vorübergehend beurlauben ließ.
Im Jänner 2026 wird in Minneapolis eine amerikanische 37-jährige Hausfrau und Dichterin in ihrem Pkw von einem ICE-Agenten aus nächster Nähe dreimal ins Gesicht geschossen und sie stirbt vor Ort. Im republikanischen TV wird die Hausfrau bereits zwei Stunden nach der Tat als Terroristin bezeichnet. Das, obwohl per Video die Tat dokumentiert ist, und die Frau nie als Terroristin einzustufen war. Kein Wort seitens der AfD, und auch keine Worte des Herrn Professors zu dieser Tat, die eigentlich eher mit einem Mord als mit einer Notwehrsituation zu vergleichen war.
Man sieht wieder, wie Rechtspopulisten ihre Maßstäbe anlegen und ihnen außer ihrer eigenen Meinung nichts auf der Welt wichtiger erscheint. Moralische Maßstäbe gelten nur nach ihren Ansichten und man kann nur hoffen, nie selbst in die Lage zu kommen, mit derartigen Maßstäben gemessen zu werden.
Auf Seite 154 wird der Wahlerfolg der FPÖ in der Steiermark und die Folgen daraus angesprochen. Auch über die ersten Proteste betreffend die Änderungen in den Spitälern der Obersteiermark ist kurz berichtet, aber eben zu dieser Zeit noch nicht vollständig. Dann wurde auch noch das Thema Kürzungen bei vielen Sozialdiensten, vor allem im Bereich der Kinderbetreuung, erwähnt. Aber es sollte noch schlimmer kommen, als zuvor berichtet.
Was aus den Versprechen betreffend einer neuen Aufteilung der Spitäler in der Obersteiermark geworden ist, kann man fast täglich aus den Schlagzeilen der Tagespresse entnehmen. Abteilungen werden entgegen aller Ankündigungen geschlossen und Politiker und Wähler zeigen ihre Enttäuschung auf verschiedenste Art. „Die wählen wir nimmer!“ gehörte dabei zu den harmloseren Aussagen. Und man geht wieder auf die Straße, um gegen die Maßnahmen zu protestieren. Dazu kommt, dass plötzlich auch in Bad Radkersburg die Orthopädie geschlossen werden soll. So als kleiner Drüberstreuer, weil man ohnehin schon dabei ist.
Bei Landtagssitzungen wird zum Budget für Kinderbetreuung zynisch behauptet, dass es mehr Geld als vorher gibt, nur weiß niemand, wer davon auch profitiert. Denn die Elternvereine und sozialen Einrichtungen, die die jeweiligen Förderungen benötigen würden, sehen nichts davon. Fazit: Die FPÖ hat nichts Neues erreicht und ihre Wahlverspechen wie erwartet gebrochen.
Auf Seite 131 wird versucht, die Ziele von einem abnormalen Präsidenten, namens Donald Trump, näherzubringen. Dabei habe ich als Schreiber eigentlich versagt. Denn was der grenzdebile Wahnsinnige noch alles vorhatte, konnten wohl viele andere auch nicht erahnen.
Manchmal vollführen eben Rechtspolitiker vom Schach bekannte Rösselsprünge durch, die man nur schwer vorhersagen kann, die aber immer zum Schaden des eigenen oder zum Schaden eines anderen Volkes sind.
Den Angriff auf Venezuela kann man so oder so sehen. Zum einen wurde ein Despot festgenommen, der es längst verdient hat, zum anderen bedient sich aber Trump nun auch ausreichend am venezolanischen Öl. Natürlich verspricht er, dass das auch dem venezolanischen Volk zugutekommen wird. Aber ehrlich, wer glaubt das schon.
Der eigentliche Hammer aber ist die geplante Annexion von Grönland. Die Insel in Europa, die er vorwiegend zum Schutz der Nation benötigen würde, um damit Chinesen und Russen abzuwehren. Kein Wort über die vorhandenen Bodenschätze, welche von ihm und seinen Schergen gestohlen werden würden. Vermutlich hat er irgendwann seinen Milliardärs-Freunden erklärt, dass sich alle mit ihm und Grönland dumm verdienen werden.
Die Einhaltung der Menschenrechte ist ihm dabei ohnehin vollkommen egal. Und Europa und die NATO? Scheißegal!
Auf Seite 207 wird über die „Wehleidigkeit“ der rechten Parteien berichtet. Auch Kickl und seine Anhänger beweisen immer wieder, dass sie mit Kritik nicht umgehen können. Andererseits teilt gerade er bei seinen Reden immer wieder mit Kraftausdrücken gegen die Regierung aus. Ein Jargon, den seine Wähler wohl am leichtesten verstehen. Kritisiert man aber ihn und seine Wähler, werden alle zur beleidigten Leberwurst.
Es sind die Merkmale, die alle rechtspolitischen Parteien auf ihre Fahnen heften können: keine Kritik, keine Meinungsfreiheit außer der eigenen und keinen Respekt gegenüber anderen.
So geschehen am 21.01.2026, bei der ersten Nationalratssitzung in diesem Jahr. Nach diversen entbehrlichen Zwischenrufen während seiner Rede, reißt ÖVP-Klubobmann August Wöginger der Geduldsfaden und er beschreibt die Wähler der FPÖ so: „Die haben nicht einmal Zähne und zerrissene Hosen. Das sind eure Fahnenschwinger“. Na dann gingen die Wogen hoch. Aber hat er denn nicht recht? Warum verleugnen die Blauen eigentlich ihre Stammwähler? Denn gerade diese Wähler sorgen dafür, dass es die Partei vielleicht doch noch in den Olymp des Machtmissbrauchs und der Autokratie schafft. Also sollte man eher Stolz auf die Wähler sein und sie nicht verleugnen. Wöginger entschuldigte sich sogar noch für diese Aussage. Und die Blauen? Die Abgeordnete Dagmar Belakowitsch verlangte sogar den Rücktritt wegen dieser Aussage. Hätte da nicht ihr Boss schon hundertmal zurücktreten müssen? Denn wie oft hat er schon, um Wählerstimmen zu angeln, die Regierung und den Bundespräsidenten beschimpft? "Wapplertruppe", "Volksverräter" oder "Mumie in der Hofburg" sind dabei, nur um einige Beispiele zu nennen. Das ist die Sprache seiner Stammwähler. Und wie im Buch beschrieben: Austeilen, ja. Einstecken, nein.
Nur Beispiele?
Ja, es sind nur Beispiele aber Fakten, wozu rechtspolitische Politiker nach einer Wahl fähig sind. Und alle Argumente, dass das bei uns selbst nie so sein kann, sind Schall und Rauch, denn niemand kann das vorhersagen.
Wer bei den Fakten bleibt, sieht im Moment immer mehr, wohin auch die Politik in Österreich treiben würde, wenn man weiterhin den Rechten den Vorzug gibt. Und auch wenn man sagt, die sollen sich einmal bewähren, ist das Risiko viel zu hoch, dass in den Jahren einer rechtspopulistischen Amtszeit bis zur nächsten Wahl nicht Schäden eintreten, die nicht so leicht zu beheben sein könnten, wie man glaubt. Auch dafür gibt es bereits genug Beispiele.