Aus dem Alltag
Richtig aufgeklärt - richtig gewählt
Natürlich ist es immer schwer, in angeblich "schlechten Zeiten" auf die dennoch vorhandenen Vorzüge einer demokratisch orientierten Regierung hinzuweisen, wenn gerade diese Regierung nicht alles so macht wie man es selber möchte. Aber gerade eine demokratische Regierung gibt uns die Möglichkeit, unseren Unwillen bei einer oder der anderen Handlung aufzuzeigen. Am Beispiel Lohnverhandlungen. Die hat es immer schon gegeben und irgendwie hat man sich immer noch geeinigt. Trotz Streikdrohungen, vielleicht sogar unschöner Worte, aber am Ende hat es doch immer funktioniert. Die Freiheit, Meinungen zu äußern, Unwillen zu zeigen und alles was so dazu gehört, sind die sichersten Zeichen, dass man in einer Demokratie lebt. Und schlechte Zeiten? Schauen wir uns doch alle mal um. Geht es uns wirklich so schlecht? Oder wird da einiges schlecht geredet, um Wählerstimmen zu angeln?
Von einem "Phönix aus der Asche" spricht unser Volkskanzler bei einer seiner Reden. Aber war nicht immer gerade dort am Ende die Asche, wo rechte Parteien regiert haben?
Hörensagen und Meinungen
Ein Mensch im Alltag sucht immer eine Bestätigung für seine Einstellung, für seine Meinung oder sein Handeln. Bereits eine kleine positive Erfahrung, die mit seiner Einstellung übereinstimmt, wird ihn daher um ein Vielfaches fester an das glauben lassen, was seiner Meinung entspricht. Beim Gegenteil benötigt man aber zum Ändern einer Meinung eine viel größere Anzahl an Fakten, um jemanden umzustimmen.
Zu Beginn benötigt man aber als wichtigsten Teil eines derartigen Vorhabens die volle Aufmerksamkeit des Probanden. Ein Fünfjähriger oder ein Stammwähler, beide genießen die gleiche Sturheit in ihren Genen, wird dafür von Haus aus nicht infrage kommen. Es bedarf schon einer gewissen Bereitschaft und einem gewissen Intellekt, um bereitwillig aufnahmefähig für ein konträres Thema zu werden. Hat man aber einmal diese Bereitschaft und sind die dargelegten Fakten auch ehrlich, erreicht man doch nach einiger Zeit den vernünftigen Menschenverstand.
Wer heute also Wähler umstimmen möchte, eine andere Partei zu wählen, muss schon mit ordentlichen Geschützen auffahren, um Erfolg zu haben. Ein wesentlicher Teil derartiger Geschütze sind natürlich nicht nur die Inhalte eines Parteiprogramm oder die Person selbst, sondern vor allem die Werkzeuge der Zeit, sprich: soziale Medien! Ohne diese Werkzeuge und ohne einer gewissen Präsenz in all diesen Sparten, kann man die besten Gesetze der Welt beschließen, ohne damit Erfolg zu haben.
Beispiele dafür gibt es genug. Sei es der Gouverneur von Kalifornien oder der neue Premier von Kanada. Beide haben mit Unterstützung der sozialen Medien in kürzester Zeit enorme Zustimmung im Kampf gegen Trump erhalten. Und auch am Handeln der Rechtsparteien sieht man, dass gerade sie diese Medien für jeden Blödsinn erfolgreich nutzen und missbrauchen. Dagegen ist ein „Parteisender“ ein Abklatsch vom Kasperltheater, nur für die Dümmsten unter den Wählern. Natürlich neigen rechte Parteien auch gerne dazu, in diesen Medien bewusste Falschmeldungen (Fake News, das Lieblingswort von Trump, wenn er kritisiert wird) hinauszuposaunen. Zuletzt erst wieder in Deutschland, wo eine AfD nahe TV-Zeitung ein Interview derart zusammengeschnitten hat, dass am Ende eine komplett widersprüchliche Meldung an die Hörer und Seher gelangt ist. Und die Dümmsten unter ihnen haben das natürlich sofort wieder geglaubt. Ein Beispiel mehr, wie Rechtspopulisten die Bevölkerung steuern möchten.
Und der Mensch im Alltag? Der sollte aufgeklärt und mit vernünftigen Argumenten dorthin gebracht werden, wo er eigentlich auch selbst hin möchte: in eine sichere und demokratische Gesellschaft, in einem ebenso sicheren Land und in eine ebenso sichere Zukunft.
Und am Ende?
Am Ende bleiben all jene über, die vielleicht wirklich nicht in einer Demokratie leben möchten. Die lieber einem Volkskanzler mit deftigen Reden und Sagern, aber keinerlei Hintergrund, folgen wollen. Die blind einer möglicherweise autokraten Regierung folgen möchten, auch wenn die Nachteile heute schon bekannt sind. Es sind all jene, die von sich meinen, dass sie die einzig richtige Meinung vertreten, auch wenn der Hausverstand, die Vorkommnisse und die bekannten Realitäten dagegen sprechen. Aber es sind auch all jene, denen am Ende die Argumente ausgehen und sie plötzlich recht dumm dastehen, wenn das eintritt, was im Buch geschrieben steht.