Die Wähler
Zwischen Fanatismus und Desinteresse
In einem über Jahrzehnte demokratisch geführten Land ist es nichts Neues, wenn Kritik an der jeweiligen Regierung geübt wird. Erstens kann und darf man es und zweitens kann keine Regierung es allen recht machen. Dafür herrscht in diesen Ländern auch Meinungs- und Pressefreiheit. Das gehört eben zu den Vorteilen einer Demokratie. Aber es zeigt sich auch immer wieder, dass die Wähler in diesen Ländern immer überheblicher, eingebildeter und dümmer werden. Das war auch im alten Rom ein Zeichen für den Niedergang der Gesellschaft: die allgemeine Dekadenz! Die einen kümmerten sich nicht mehr um die Politik, durch die, die an der Regierung waren. Die anderen hatten dadurch Zeit, eine neue fanatische Bewegung zu schaffen. Und so wurde auf diese Weise Extremismus jeder Art in die Gesellschaft gebracht. Heute heißen diese extremen Vereine z. B. MAGA, Neonazis, White Christian Nationalism, ISS usw., welche alle nur ein Ziel haben, andere Menschen zu unterdrücken. Und all diese extremen Gruppierungen haben nur deshalb Platz in der Gesellschaft, weil die anderen zu dumm sind, diesen Platz durch Vernunft zu unterbinden.
Was soll schon passieren!
Wer das Buch gelesen hat, wird sich vermutlich wundern, warum im Inhalt die Warnung vor dem möglichen Verlust der Demokratie mehrfach erwähnt wird. Aber es ist nicht leicht, Menschen von etwas zu überzeugen, woran sie nicht glauben wollen. Denn so etwas wie eine Diktatur passiert bei uns sicher nicht. Sind wir uns da alle sicher?
Bei der Recherche zum Buch wurden viele Gespräche mit Anhängern aller Parteien geführt und daher sehr viele unterschiedliche Meinungen eingeholt, diskutiert und mit Argumenten begründet. Dabei stellte sich heraus, dass es hauptsächlich drei unterschiedliche Arten von Wählern beziehungsweise von Meinungen gibt.
Der Fan
Der Fan ist durch nichts zu überzeugen, das auf fruchtbaren Boden fällt. Zu stark ist die jeweilige Meinung in der eigenen Psyche einbetoniert. Und man glaubt so sehr an diese Meinung, dass man sie selbst auch als einzige Wahrheit akzeptiert. Und natürlich tragen viele Vorurteile und eingeimpfte Phrasen wesentlich dazu bei, die jeweilige Partei, bei uns die FPÖ, zu vergöttern. Hinweise auf deren Vergangenheit, deren bisherige Handlungen und deren Verhalten in Bezug auf die Orientierung nach Osten spielen dabei überhaupt keine Rolle. Auch wenn man argumentiert, dass man vielleicht auch selbst Schaden dadurch erleiden könnte. Der Fan ist zum Stimmvieh geworden, ohne eigene objektive Meinung und vor allem ohne vernünftigen Hausverstand.
Die Frustrierten
Das sind jene, deren Unzufriedenheit gegenüber der Obrigkeit, den Regierenden, der EU und wer weiß, was sonst noch, hat erblinden lassen, um die wahren Gefahren um sie herum zu erkennen. Sie sind die Opfer ihrer Eigensinnigkeit und tappen wie Zombies in alle aufgestellten Fallen der Rechtspopulisten. Dabei fühlen sie sich auch noch für ihr Handeln bestätigt, wenn sie durch Fake News getäuscht werden. Wer schaut denn auch einen etwaigen Widerruf oder eine Richtigstellung an. Der Frust verhindert die mögliche Aufnahme von anderem Gedankengut, lähmt also das Gehirn. Ursachen und Beispiele dafür finden sich im Buch zur Genüge. Und niemand soll von sich behaupten, dass er oder sie in einigen Situationen nicht schon Ähnliches erlebt haben. Frustrierte leben mit Vorurteilen, sehen und hören nur das, was sie wollen, und denken, dass ihre Lösungen die einzig richtigen sind.
Die Ungläubigen
Das sind all jene, die nicht daran glauben können, dass auch in unserem Land eine Diktatur entstehen könnte. Was soll denn schon sein, wenn Kickl und seine Partei ans Ruder kommen? So deren Argumente. Sie gehören zu den neueren Wählern der Blauen und sind von dem bisherigen freien Leben derart verwöhnt, dass sie ein derartiges Szenario nicht wahrhaben wollen. Sie vertreten auch die Meinung, dass bei den anderen Parteien im Moment niemand da ist, den man wählen könnte. Womit sie ja nicht so Unrecht haben. Also geben wir einmal einem anderen die Chance, sich zu bewähren. Diese Blauäugigkeit im wahrsten Sinne des Wortes lässt sie mit sanftem dümmlichem Lächeln wieder zur Wahlurne schreiten und Blau wählen.
Man sieht also, dass auch Wähler, die noch ein wenig Saft im Hirn haben, sich durch das Versagen der etablierten Parteien zu einer solchen Wahlentscheidung hinreißen lassen.
Fanatiker, Frustrierte und Ungläubige sind also die Wähler der rechten Parteien. Glaubt man also tatsächlich, dass mit dieser Wählerschaft eine Demokratie aufrechterhalten werden kann?
Zumindest jene, die alle bisherigen Fakten in Abrede stellen, also nicht an die möglichen Gefahren glauben, könnte man durch überzeugendes Argumentieren vielleicht zum Nachdenken anregen. Zum Nachdenken, in welche Richtung ihr derzeitiges Verhalten führen könnte. Und es wäre die Aufgabe verantwortungsvoller Politiker, diese Aufgabe, nämlich die Aufklärung über die möglichen Pläne rechter Parteien, zu übernehmen.
Nicht reif für diese Erde?
Der denkende Mensch darf sich den Luxus erlauben, kritisch, aber auch optimistisch in die Zukunft zu blicken. Auch wenn es manchmal schwerfällt, und man Dinge sieht, die passieren und die einem die Haare zu berge stehen lassen. Hätte man jemals gedacht, dass in den USA einmal eine Regierung an die Macht kommt, die ärger als die Mafia ist? Oder hätte man gedacht, dass ein irrer Diktator Bomben und Raketen auf ein zivilisiertes westliches Land wirft? Nein, in der heutigen Zeit wohl nicht mehr. Und dennoch ist es passiert. Das jahrzehntelange gemütliche Leben in den westlich orientierten Staaten hat das ermöglicht. Die Passivität der Wohlstandbevölkerung hat den Populisten wieder Türen und Tore geöffnet, um mit ihren menschenverachtenden Taten nur Tod und Verderben zu bringen. Vermutlich ist die Menschheit wirklich nicht reif für diese Erde.